Zum Inhalt springen

Förderaufruf: Klinische Validierung von In-silico-Methoden in der Medizin

Mit einer neuen Förderrichtlinie unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) klinische Validierungsstudien von In-silico-Methoden. Ziel ist es, bereits im Ansatz entwickelte computergestützte Modelle für die medizinische Anwendung zu validieren und damit die Überführung vielversprechender In-silico-Methoden in die klinische Praxis voranzutreiben.

Im Fokus stehen interdisziplinäre Verbundprojekte, die Kompetenzen aus Computerwissenschaften, In-silico-Modellierung, klinischer Medizin und der Durchführung von Validierungsstudien verbinden. Voraussetzung ist eine bereits in ihren Grundzügen bestehende In-silico-Methode beziehungsweise ein entsprechendes Modell mit patientennahem Bezug.

Die Förderung erfolgt in zwei Modulen: Modul 1 richtet sich an technisch-analytische Validierungsstudien, mit denen ein Proof of Concept und die wissenschaftliche Validität bestehender In-silico- oder KI-basierter Methoden nachgewiesen werden sollen. Beispiele sind die Validierung von Modellen zur Biomarkeridentifizierung, Bilddiagnostik, Prognose von Krankheitsverläufen oder Therapiepfadempfehlungen. Modul 2 adressiert bereits weiter entwickelte Methoden und fördert prospektive klinische Validierungsstudien, unter anderem zur Untersuchung von Sicherheit, Wirksamkeit, Sensitivität, Spezifität und Genauigkeit.

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Projekte können für bis zu drei Jahre gefördert werden. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss; bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben können die zuwendungsfähigen Ausgaben unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben bis zu 100 Prozent gefördert werden.

Wichtig: Das Antragsverfahren ist zweistufig. Projektskizzen müssen bis spätestens 23. September 2026, 12 Uhr, eingereicht werden. Für die beiden Module stehen unterschiedliche Ansprechpartner beim Projektträger zur Verfügung. Für Modul 1 ist Dr. Miriam Engels beim Projektträger Jülich zuständig, für Modul 2 Dr. Constanze Hahn-Neuhausen beim DLR Projektträger.

Die Projektskizzen sollen insbesondere die wissenschaftliche Fragestellung, die benötigten Datensätze und Analysemethoden sowie das interdisziplinäre Forschungsteam darstellen. Die Projektbeschreibung darf 15 Seiten nicht überschreiten; aufgrund des internationalen Begutachtungsverfahrens wird die Einreichung in englischer Sprache empfohlen.

Weitere Informationen:
Förderbekanntmachung des BMFTR

Projektträger / Leitfäden zur Antragstellung:
Projektträger Jülich – Klinische Validierungsstudien von In-silico-Methoden