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Förderaufruf: Sichere Verarbeitungsumgebungen für Gesundheitsdaten

Mit einer neuen Förderrichtlinie unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Pilotprojekte zur Entwicklung und Erprobung sicherer Verarbeitungsumgebungen (Secure Processing Environments, SPE) für die Gesundheitsforschung. Ziel ist es, die datenschutzkonforme und technisch sichere Nutzung sensibler Gesundheitsdaten für die Forschung zu verbessern und damit die Verknüpfung und gemeinsame Nutzung multizentrischer Gesundheitsdaten zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt stehen modulare, interoperable und übertragbare Komponenten und Anforderungen für sichere Verarbeitungsumgebungen. Die Pilotprojekte sollen technische und organisatorische Lösungen entwickeln und erproben, die eine sichere Verarbeitung von Gesundheitsdaten ermöglichen, ohne dass sensible Daten die geschützte Infrastruktur verlassen. Dabei sollen insbesondere Datenschutz, IT- und Cybersicherheit sowie regulatorische Anforderungen berücksichtigt werden.

Gefördert werden Einzelprojekte sowie kleine Verbundprojekte mit in der Regel bis zu drei Partnern. Eine Anbindung an bestehende Gesundheitsforschungsdateninfrastrukturen (GFDI) ist Voraussetzung. Dazu zählen beispielsweise die Medizininformatik-Initiative (MII), das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und die NAKO Gesundheitsstudie.

Mögliche Schwerpunkte sind unter anderem technische Schnittstellen und Komponenten zur Datenbereitstellung und -verarbeitung, Verschlüsselungs- und Sicherheitstechnologien, Zugriffs- und Berechtigungskonzepte, Cybersecurity, Datenschutz- und Governance-Modelle sowie Standards für Interoperabilität und die Verknüpfbarkeit von Secure Processing Environments. Auch der Einsatz moderner Analysemethoden wie Machine Learning wird ausdrücklich begrüßt.

Die Pilotprojekte sollen sich auf einen oder wenige dieser Aspekte konzentrieren und dabei möglichst multizentrische und multimodale Gesundheitsdaten einbeziehen. Die entwickelten Lösungen sollen skalierbar, nutzerfreundlich und für unterschiedliche Anwendungsbereiche der Gesundheitsforschung übertragbar sein. Im Erfolgsfall sollen die beteiligten Gesundheitsforschungsdateninfrastrukturen bereit sein, entwickelte Standards und Lösungen zu integrieren und zu nutzen.

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, institutionell geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit. Einrichtungen und Unternehmen, die wirtschaftlich tätig sind, sind grundsätzlich nicht antragsberechtigt. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss; die Projekte können in der Regel für bis zu drei Jahre gefördert werden.

Wichtig: Das Antragsverfahren ist zweistufig. Projektskizzen müssen bis spätestens 28. Oktober 2026 beim Projektträger eingereicht werden. Die Projektbeschreibung darf maximal zwölf Seiten umfassen. Aufgrund des internationalen Begutachtungsverfahrens wird die Einreichung in englischer Sprache empfohlen.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme ist der DLR Projektträger – Bereich Gesundheit beauftragt. Ansprechpartnerinnen sind Dr. Katja von Storch und Dr. Nanette Kälin.

Weitere Informationen:
Fördermaßnahme „Secure Processing Environments“ beim BMFTR